Feb 27
2017

Bester Vorrunde aller Zeiten: Hertha spielt oben mit

Ich hab es wieder aus dem Schrank hervorgekramt: Mein Pal Dardai-Trikot. Ja, ich hielt schon eine Menge von ihm, als er selbst noch bei Hertha spielte. Und so wie er damals als Spieler auf dem Feld für seinen Verein einstand, ihn nie verließ und sogar wiederkam, so kämpft er heute mit seinem Team um Erfolg. Und das sieht man auch!

Die Fahrt steil nach oben geht weiter. Die letzten Jahre dümpelte Berlins Bundesligist noch im schlechten bis mittelmäßigen Mittelfeld der Tabelle herum und oft schien es mir, als altem Fan, so, als ob das nie ein Ende nehme. Und jetzt? Jetzt schaut alles auf die Rivalen Bayern und RB Leipzig und niemand bemerkt so richtig, wie sich Hertha zurück in die Herzen der Menschen spielt.

Was lange währt, wird endlich gut?

Ja, das ist mein Berliner Fußball, wie ich ihn immer geliebt und lange vermisst hab. Das zeigt auch die Statistik. Das erste Mal seit über 46 Jahren hat die Hertha fünf Mal in sieben Spielen gewonnen. Jetzt zur Winterpause erholt sich die Mannschaft vorerst auf Platz 3. Ich wage es kaum, davon zu träumen, meinen Verein mal wieder international spielen zu sehen.

UEFA-Cup oder Champions League? Das wäre super! Das letzte Spiel war gut, aber die Winterpause kam wohl grad zur richtigen Zeit. Der 2:0 Sieg gegen Darmstadt am letzten Spieltag der Hinrunde war zwar eindeutig, aber nicht leicht, die Mannschaft stark.

Ein Trainer, der seine Leute im Griff hat

Schon als Spieler hatte Pal Dardai immer Teamgeist und behielt in der ein oder anderen heiklen Situation auf dem Spielfeld immer die Nerven. Als sein Abschied anstand, war ich sehr traurig. Nicht mal, weil man ihn als Spieler verlor, sondern vielmehr ihn als Teamplayer zu verabschieden. Oft rücken junge Nachwuchsspieler nach, manche halten ihre Leistung auch über Jahre bis hin zum Karriereende. Aber oftmals ist es auch so, dass genau diese Spieler die Hertha dann verlassen, weil andere Vereine verlockender sind.

Dass Dardai als Cheftrainer zurückkam und den alten Teamgeist zurück in die Mannschaft brachte, ist ein wahrer Glückstreffer. Hat er seine Mannschaft so erfolgreich durch die Hinrunde balanciert und dirigiert, so wünscht er sich für die Pause vor allem Ruhe und Regeneration statt wochenlangem Trainingslager. Anfang Januar geht es dann mit dem Training weiter und der Trainer möchte mit einem motivierten und erholten Team in die Rückrunde starten. So verzeichnet der Verein den besten Saisonstart und die beste Winterpausenbilanz aller Zeiten, will den Erfolg aber auch fortsetzen und am besten entsprechend sieg- und punktereich aus der Saison gehen.

Wir warten auf den krönenden Abschluss

Bei Hertha gibt es keinen alleinigen Superstar mehr, auf den alle setzen wie einst auf Marcelinho und viele andere. Pal Dardai hat als Cheftrainer die Mannschaft wieder zusammengebracht, das Teamspiel gefördert und genau damit hat er großen Erfolg. Er kennt den Verein und liebt die Hertha – das merkt man einfach. Sicher bin ich nicht ganz unparteiisch, zumal ich wirklich großer Dardai-Fan war. Aber sind wir doch mal ehrlich, was waren das für schwere letzte Jahre?

Wir dümpelten immer wieder im Nirgendwo herum, spielten teilweise sogar um den Klassenerhalt. Damals hat es teilweise einfach keinen Spaß mehr gemacht, seinen Verein im Stadion zu besuchen, geschweige denn ihn zu Auswärtsfahrten zu begleiten. Selbst der Blick in die Sportnachrichten und auf die Tabelle von der heimischen Couch aus, tat mir oftmals weh. Aber jetzt macht es wieder richtig Freude sich ein Speil anzusehen. Dabei ist es mir sogar manchmal egal, ob sie gewinnen oder nicht. Mir geht es um faire und spannende Spiele, in denen der Kampfgeist der Herthaner spürbar ist und bei denen ich merke, dass sie etwas für ihren Erfolg tun.

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