Jun 15
2017

Alle Jahre wieder: Meine Neujahrsvorsätze für 2017

Ja, das neue Jahr beginnt und viele Menschen wollen urplötzlich aufhören zu rauchen, weniger essen oder mehr Sport machen. Ich muss dann immer in mich hinein lächeln und denk mir meinen Teil. Früher hab ich mir auch immer Vorsätze gemacht, sie sogar aufgeschrieben. Ich hab wohl immer gehofft, dass ich dann am Ende des Jahres voller Stolz auf mein Geschriebenes schauen und mir auf die Schulter klopfen kann. Aber meistens hab ich den Zettel entweder verlegt oder am Ende des Jahres ungelesen und unauffällig entfernt. Warum? Weil ich nie das gemacht hab, was ich mir vorgenommen hab. Warum auch? Weshalb sollte der Jahreswechsel der einzige Anlass sein, etwas zu ändern?

Im Prinzip kann ich mein Leben doch jeden Tag ändern. Und das völlig ungezwungen! An bestimmten Angewohnheiten, die man ändern möchte, hängt man ja auch irgendwie emotional. Sei es das Rauchen, die viele Schokolade oder das auf der Couch liegen und Entspannen statt Sport zu treiben. Sich davon zu trennen, bedarf der Geduld und der Überwindung des fiesen inneren Schweinehundes. Und da mein Schweinehund besonders fett und schwer ist und sich nur ungern bewegen lässt, hab ich nur den einen Vorsatz: Dinge ändern, wenn es passt, sie zu ändern.

Vorsätze zu jeder Zeit im Jahr

Ja, manchmal passt der Jahreswechsel nämlich gar nicht, um sich seine Vorsätze augenblicklich zu erfüllen. Zumindest habe ich keine Lust im Winter vor der Arbeit früher aufzustehen, um noch eine Runde joggen zu gehen. Und abends futtere ich mir auch lieber etwas mehr Winterspeck an, als zu frieren, wenn es draußen dunkel und kalt ist. Und spätestens beim nächsten Kneipenbesuch fange ich beim zweiten oder dritten Bier auch wieder an zu rauchen. Natürlich dann nur „gelegentlich“ und „ausnahmsweise“. Ja, ist klar.

Eine Sucht überwinden kann man nur, wenn man das wirklich möchte. Da bin ich schon mal raus. Und mein Ehrgeiz und meine Motivation, mich mehr zu bewegen und gesünder zu essen, kommen von ganz allein, wenn der Frühling anklopft, es draußen länger hell ist und die Sonne für wärmere Temperaturen sorgt.

Ehrlich zu sich selbst sein

Das sagen viele Wissenschaftler und selbsternannte Profis, wenn es um die Erfüllung der guten Vorsätze geht. Aber dazu gehört eben auch, realistisch zu sein. Motivation ist oft nicht von langer Dauer und sobald man am 1. Januar aufwacht, hat man gerade mal so gar keine Lust, Sport zu treiben und statt Hühnerfrikassee lieber Salat zu essen.

Dabei soll man doch sofort mit der Umsetzung seiner Ziele beginnen, richtig? Völliger Quatsch! Das hieße ja auch, dass ich ab Mitternacht des 31.12. mein Bier augenblicklich stehen und die letzte Zigarette ausmachen müsste. Nix da! Silvester ist zum Feiern da! Und so geht das ewige Dilemma seinen eigenen Weg…

Realistische Ziele setzen

Ich mache mir keine Vorsätze mehr fürs neue Jahr. Das einzige, was ich plane und mir vornehme, sind Ausflüge, Unternehmungen oder das Kaufen neuer Sommerschuhe, wenn es soweit ist. Ganz ehrlich. Ich nehme mir vor, mehr baden zu gehen, wenn der Sommer da ist. Schließlich gibt es in Berlin haufenweise schöne Seen und Bademöglichkeiten. Und die neue Kneipe um die Ecke will ich unbedingt mal testen, ebenso wie die Burgerbude neben meiner Arbeitsstelle, die seit einigen Wochen neu geöffnet hat. Solche Vorsätze sind machbar und realistisch, oder?

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